Das neue Mosaik am „Haus des Lehrers“

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Das größte Mosaik der Welt wurde völlig neu gestaltet.
Entdecken Sie eins der ambitioniertesten Kunstwerke der Gegenwart.


So kannte es jeder: links ein Ausschnitt aus Walter Womackas berühmtem Mosaik (Ostseite), rechts dieselbe Stelle, neu gestaltet. Entdecken Sie auf den folgenden Seiten das ganze, neue Berlin Mosaik!


Vergangenheit: das Haus des Lehrers mit der alten

Vergangenheit: das Haus des Lehrers mit dem Mosaikfries von 1964 (Architekt: Hermann Henselmann)

Ein großes Erbe
Der weltberühmte Mosaikfries “Unser Leben”, den Walter Womacka für das “Haus des Lehrers” am Berliner Alexanderplatz schuf, war eine Ikone des Sozialismus. Er bildete das vielfältige Leben im ersten deutschen Arbeiter-und Bauernstaat in nie gekannter Genauigkeit ab. Die Auftraggeber, also die Arbeiter und Bauern der DDR, wollten volle Übereinstimmung des Bildes mit ihren wahren Lebensbedingungen. Deshalb wird die entsprechende Kunstrichtung “sozialistischer Realismus” genannt. Womacka war einer ihrer führenden Vertreter. Bereits in seiner Entscheidung für ein Mosaik war der Gedanke der Vielfalt äußerst sinnfällig angelegt. Was darauf zu sehen ist: Das wahre Leben in der DDR zu Beginn der Sechziger Jahre – wie ihre Bürger gemeinsam arbeiteten, forschten, lernten und ihre Kinder erzogen, ihre Freizeit gestalteten, Völkerfreundschaft pflegten und in die Zukunft blickten.

Neuer Blick
So realistisch dieses Werk auch war – das Leben bleibt nicht stehen. Der Fries kam in die Jahre, wurde zum 40. Jubiläum vollständig saniert. Mittlerweile sind seit seiner ersten Enthüllung über fünfzig Jahre vergangen. Es war Zeit, einen frischen Blick auf unser Leben zu werfen. Tatsächlich gelang es dem Findungskomitee, mit Tyrz Kongo wiederum einen der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler für diese Herausforderung zu gewinnen. Dem profilierten Multitalent ist mit der “Aktualisierung” des Chemnitzer Marx-Ensembles schon einmal die behutsame, wenngleich konsequente Erneuerung eines herausragenden DDR-Kunstwerks gelungen. (Siehe auch hier.)

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Hier zeigt das HdL sein neues Gesicht – und die Sonne lacht!

Eine Herkulesaufgabe
Ungleich komplexer jedoch stellte sich die Aufgabe dar, die verschiedenen Lebensaspekte unserer Epoche ebenso wahrheitsgetreu in einem gänzlich neuen Mosaik zusammenzuführen wie Womackas Kunstwerk die der seinen.

Kongo hat die Herkulesaufgabe nun, nach über zweijähriger Arbeit, gemeistert. Der neue Fries wurde am 3. Oktober 2015 feierlich enthüllt, der alte wird, nach einer erneuten Restaurierung, ab 2017 auf dem Dach der dann ebenfalls sanierten Neuen Nationalgalerie dauerhaft zu sehen sein.

Ähnlicher Stil – neuer Inhalt
Wie schon in Chemnitz bewahrte Kongo mit großer Sensibilität das liebgewonnene Erscheinungsbild, setzte lediglich einen stärkeren Akzent auf unsere puslierende  Metropole. So nannte er sein Werk “Berlin Mosaik”. Wie bei seinem Vorgänger handelt es sich beim “Berlin Mosaik” um vier Teile, bezeichnet nach der jew. Himmelsrichtung. Die Website präsentiert alle vier in Gesamt – und Teilansichten. Außerdem stellen wir für die kunsthistorisch Interessierten den neuen Mosaiken ihre jeweiligen Vorgänger auf Archivfotos gegenüber. So können Sie die erstaunliche Entwicklung unseres Lebens in Berlin ganz einfach nachvollziehen – am besten natürlich bei einem Besuch am Alexanderplatz!

Wo möchten Sie beginnen – beim Westfries, Südfries, Ostfries oder dem Nordfries?

Übrigens: Teilen Sie Ihre Eindrücke vom „Berlin Mosaik“ einfach über Ihre sozialen Netzwerke und per Kommentar auf dieser Seite!